Nierenbeckenabgangsenge

Die Nierenbeckenabgangsenge führt zu einer Nierenbeckenerweiterung und in der Folge zu einer Nierenbeckenkelchdilatation. Man bezeichnet jede Form der Erweiterung des Nierenbeckens als Hydronephrose („Wassersackniere“). Eine Hydronephrose entsteht durch einen „Urinüberdruck im Nierenbecken“. Dieser kann einerseits durch eine Abflussbehinderung (z.B. Nierenbeckenabgangsstenose) oder durch einen vesikoureteralen Reflux bedingt sein. Bei letzterem (siehe dort) schließen sich die Harnleiter während des Urinierens nicht. Die Hydronephrose kommt in 5-15% beidseitig vor. Bei einseitigem Befund findet sich häufiger die linke Seite. Wie gesagt ist die Nierenbeckenerweiterung – ohne gleichzeitiger Weitstellung des Harnleiters – der Hinweis auf eine mögliche Nierenbeckenabgangsstenose.

Im Spätstadium, kann eine Nierenbeckenabgangsstenose zur kompletten Zerstörung einer Niere führen. Die Nierengewebefunktion kann szintigraphisch (spezielles bildgebendes Verfahren) gemessen werden und bei Funktionen unter 10% sollte die Entfernung angesprochen werden. Schwer geschädigte Nieren können auch zur Blutdrucksteigerung führen.

Das wesentlichste diagnostische Ziel ist es, eine krankmachende Abflussstörung mit dem Problem des Nierenschadens nachzuweisen und in der Folge zu behandeln, gegebenenfalls operativ zu korrigieren. Jedoch hat sich in der heutigen Ära der Ultraschalldiagnostik ein deutlicher Unterschied in den Verlaufsformen gezeigt, sodass man davon ausgehen kann, dass lediglich ca. 20-30% der ursprünglich in der Schwangerschaft auffälligen Nierenstauungen einer chirurgischen Therapie bedürfen. In ca. 10% der Fälle wird die OP-Indikation nach einem Beobachtungszeitraum von 1 -1,5 Jahren gestellt. Während früher die Operations-Indikationsstellung aufgrund der klinischen Auffälligkeiten mit Bauchschmerzen, Erbrechen, Harnwegsinfektion, einer „spürbaren Schwellung im Bauchraum“ oder einer Gedeihstörung eindeutig gegeben war, findet man heute öfter Nierenbeckenerweiterungen, die keine Beschwerden machen. Sie werden im Rahmen der Routine-Ultraschalluntersuchung erkannt.