Die Vasektomie ist neben der Sterilisation der Frau die sicherste Verhütungsmethode, somit auch sicherer als z.B. orale Kontrazeptiva oder die Spirale. In einer kleinen Operation werden dabei die Samenleiter durchtrennt und unterbunden und somit der Samentransport unterbrochen. Der Eingriff wird von uns in der Regel ambulant in Lokalanästhesie oder unter Betreuung durch einen Anästhesisten in Kurznarkose durchgeführt. Im Gegensatz dazu erfolgt die Sterilisation der Frau ( sog. Tubenligatur ) obligatorisch durch einen Baucheingriff in Vollnarkose mit einer entsprechen höheren Belastung und höherem Komplikationsrisiko.

Vor dem Eingriff

Das Ziel der Vasektomie ist, eine dauerhafte Unfruchtbarkeit zu erzielen. Deshalb sollte die Familienplanung abgeschlossen sein und kein Kinderwunsch mehr bestehen. Überlegungen zu Änderungen der persönlichen Lebensumstände, wie z.B. Scheidung, Wiederverheiratung, erneuter späterer Kinderwunsch sollten in die Entscheidung mit einfließen. Daneben können medizinische Gründe, wie z.B. Erbkrankheiten oder ein zu großes Gesundheitsrisiko für die Partnerin im Falle einer erneuten Schwangerschaft für eine Vasektomie sprechen. Auf jeden Fall muss sich der zur Vasektomie entschlossene Partner darüber im Klaren sein, dass eine Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit nur durch einen erneuten aufwendigen Eingriff erreicht werden und keine 100%-ige Erfolgsaussicht gewährleistet werden kann.

Die Operation

Über einen kleinen Hautschnitt von ca. 1 cm Länge wird der Samenleiter freigelegt. Ein ca. 1 bis 2 cm langes Stück wird entfernt und die Enden unterbunden. Um mit höchster Sicherheit eine Wiedervereinigung der Enden zu verhindern, werden sie koaguliert und so zurückverlagert, dass sie durch eine Gewebeschicht voneinander getrennt sind. Die Haut wird mit einer selbstauflösenden Naht verschlossen. Der Eingriff ist in der Regel nahezu schmerzfrei und dauert ca. 20 Minuten.

Nach dem Eingriff

Nach einer Vasektomie können noch mehrere Monate lang befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sein, weshalb auch weiterhin noch eine zusätzliche Verhütung erforderlich ist. Erst wenn nach der Operation in 2 bis 3 Ejakulatanalysen im Abstand von 4 bis 6 Wochen keine Spermien mehr nachgewiesen werden können, kann in der Regel 3 Monate nach dem Eingriff auf zusätzliche Verhütungsmaßnahmen verzichtet werden.

Gibt es sonstige Auswirkungen?

Die Vasektomie hat keinen Einfluss auf die Potenz des Mannes. Der Hormonhaushalt wird nicht gestört. Die Gliedversteifung ( Erektion ), Orgasmus und Samenerguss werden nicht beeinflusst. Es zeigt sich lediglich eine geringfügige Verringerung der Menge der Samenflüssigkeit.

Was noch wichtig ist

Die Kosten für die Vasektomie werden nicht von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, da es sich dabei um eine Wunschleistung handelt. Sie erhalten von uns eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Erfolgt eine Betreuung durch einen Anästhesisten, erhalten Sie von diesem eine gesonderte Rechnung. Generell kann festgestellt werden, dass die Vasektomie im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden eine sehr kostengünstige Alternative ist.
Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.