Einnässen

Einnässen ist das häufigste urologische Symptom im Kindesalter, darüber hinaus ist es die zweithäufigste chronische Erkrankung nach Allergien in Deutschland.

Beim Einnässen unterscheidet man folgende Formen:

  • eine alleinige Blasenentleerung während des Schlafes,
  • eine überaktive Blase in Folge einer Harnblasenüberaktivität,
  • eine Koordinationsstörung von Blase und Schließmuskel
  • oder auch eine Verhaltensstörung, die die urologische Symptomatik bedingt.

Am Anfang der Behandlung steht häufig eine Verhaltenstherapie gefolgt von der Einnahme von Desmopressin, individuell ergänzt durch zusätzliche Therapieformen wie Anticholinergika oder Alarmsysteme (z. B. Klingelhosen). Eine viel versprechende neue Therapieoption mit Laserakupunktur wird durch Heller et al. vorgestellt.
Psychologische Aspekte, spielen eine wesentliche Rolle und können durch Verhaltensstörungen wie Miktionsaufschub bedingt sein.

Obwohl mit der nichtinvasiven Diagnostik die Klassifikation kindlicher Blasenfunktionsstörungen in der Regel gut möglich ist, bleibt die Therapie eine schwierige und oft jahrelange Geduldsprobe für die Kinder, deren Eltern, aber auch den Arzt. Andererseits ist inzwischen hinreichend dokumentiert, dass selbst in den Fällen, die schlechte Therapieergebnisse haben, die intensive Betreuung und Zuwendung den Leidensdruck der Kinder mildert. Daher sollten wir unsere kleinen Patienten niemals im Stich lassen.

Ob aktuelle Forschungsergebnisse bestätigt werden, die eine Stimulation von ADH unter schrittweiser Reduktion von Desmopressin nachweisen konnten,  bleibt abzuwarten. In jedem Fall kommt der Verhaltenstherapie, die im skandinavischen Sprachraum als Urotherapie publiziert wurde, eine große, nicht zu vernachlässigende Bedeutung zu, die immer an erster Stelle vor Einleitung weiterer Maßnahmen stehen sollte.

Die Zusammenarbeit von Pädiatern, Kinderpsychologen und Urologen und deren interaktiver Austausch ist notwendig, damit vielen Kindern frühzeitig geholfen werden kann.