Blasenentzündung

Der Urin des Menschen wird in den Nieren aus dem Blut herausgefiltert, konzentriert und über die Harnleiter zur Harnblase transportiert. Bei Entleerung der Harnblase wird der Urin über die Harnröhre ausgeschieden. Normalerweise ist das Urin ableitende System des Menschen, der sogenannte Harntrakt, frei von Bakterien. Relativ häufig treten jedoch unangenehme und schmerzhafte Harnwegsentzündungen auf. Diese Entzündungen können, je nach Ausmaß, entweder nur Teile oder den ganzen Harntrakt betreffen.

Dieser Text soll interessierten Patientinnen und Patienten helfen, Beschwerden, Untersuchungen durch den Arzt und Behandlungsverfahren bei Harnwegsentzündungen besser verstehen zu können.

Häufigkeit und Einteilung von Nieren- und Harnwegsentzündungen

Nieren- und Harnwegsentzündungen stellen eine sehr häufige Infektionskrankheit dar. Von 100 Frauen weisen etwa 5 eine Harnwegsentzündung auf. Diese kann mit oder auch ohne Beschwerden einhergehen. Das Spektrum reicht dabei von einer sehr schmerzhaften, aber nicht gefährlichen unkomplizierten Harnblasenentzündung bis hin zur gefährlichen Niereninfektion mit Nierenbeckenvereiterung und nachfolgender Blutvergiftung, die lebensbedrohlich ist.

Frauen sind etwa viermal häufiger als Männer betroffen. Nach einem ersten Häufigkeitsgipfel in der Kindheit sind während der Jugendzeit wenige Harnwegsentzündungen zu beobachten. Bei der jungen geschlechtsaktiven Frau steigt die Rate wieder an. In der Schwangerschaft sind Frauen besonders gefährdet. In dieser Zeit kann sich aus einer ansonsten harmlosen Keimbesiedlung der Harnblase leicht eine gefährliche Niereninfektion entwickeln.

Beim Mann kommt es im Alter zwischen 60 und 70 Jahren zu einem Anstieg der Infekthäufigkeit. Ursache ist häufig eine Prostatavergrößerung im Sinne des „Altmännerleidens“ (benigne Prostatahyperplasie). Durch die schlechtere Entleerung der Harnblase mit Restharn nach dem Harn lassen treten dann auch beim Mann häufig Harnwegsentzündungen auf.

Bei unkomplizierten Harnwegsentzündungen liegen keine den Harnabfluss behindernde Störungen wie z.B. ein Stein, Mißbildungen oder narbige Gewebsveränderungen vor. Außerdem haben diese Patienten keine „Rückzugsgebiete“ für Bakterien in Harnblase oder Nieren wie Katheter, Harnsteine oder Tumoren. Diese „Rückzugsgebiete“ sind schlecht oder gar nicht durchblutet, so dass zu wenig körpereigene Abwehrstoffe dorthin gelangen, um die Bakterien abzutöten. Auch eine allgemeine Abwehrschwäche oder Entzündungen begünstigende Erkrankungen wie z.B. Zuckerkrankheit oder Gicht müssen dabei bedacht werden. Bei komplizierten Harnwegsentzündungen findet man mindestens eine der oben genannten Veränderungen.

Patienten mit häufig wiederauftretenden sowie komplizierten Harnwegsentzündungen müssen sorgfältig müssen sorgfältig vom Urologen untersucht werden.

Quelle: Arbeitskreis „Infektiologie“ der Deutschen Urologen